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Telefonie

ISDN

IT-Lexikon · Telefonie & UC

Kurz erklärt

ISDN (Integrated Services Digital Network) war der digitale Telefonstandard im Festnetz, der Sprache und Daten über getrennte Kanäle übertrug. Seit der Umstellung der Netze auf All-IP ist ISDN abgeschaltet. Nachfolger ist die IP-basierte Telefonie über VoIP, meist als Cloud-Telefonie oder per SIP-Trunk.

Was ist ISDN?

ISDN steht für Integrated Services Digital Network, auf Deutsch „diensteintegrierendes digitales Netz“. Es war über Jahrzehnte der digitale Standard für Telefonie im Festnetz und löste ab den 1980er-Jahren das ältere analoge Telefon ab. Der Name beschreibt die Idee dahinter: Sprache und Daten liefen erstmals digital über eine gemeinsame Infrastruktur.

Technisch arbeitete ISDN leitungsvermittelt – für jedes Gespräch wurde eine feste Verbindung geschaltet, ähnlich einer eigenen Leitung. Genau dieses Prinzip unterscheidet ISDN von der heutigen VoIP-Telefonie, die Gespräche paketvermittelt über das Datennetz überträgt. Seit der Umstellung auf All-IP ist ISDN in Deutschland abgeschaltet.

Wie funktionierte ISDN technisch?

ISDN bündelte mehrere getrennte Kanäle auf einer Leitung. Zwei Anschlussarten deckten den Bedarf vom Einzelbüro bis zum großen Standort ab:

  • B-Kanal (Nutzkanal): trug das eigentliche Gespräch oder die Daten mit 64 kbit/s.
  • D-Kanal (Steuerkanal): übernahm die Signalisierung, also Rufaufbau, Rufnummern und Dienstmerkmale.
  • Basisanschluss (BRI): zwei B-Kanäle plus ein D-Kanal – zwei parallele Gespräche, der Standard für kleine Büros.
  • Primärmultiplexanschluss (PRI): 30 B-Kanäle plus ein D-Kanal für größere Telefonanlagen mit vielen Nebenstellen.

Komfortmerkmale wie Anklopfen, Rufumleitung oder Mehrfachrufnummern (MSN) machten ISDN lange zum Maßstab. Die feste Kanalstruktur war zugleich seine Grenze: Mehr Leitungen bedeuteten neue Hardware statt einer einfachen Konfiguration.

Warum wurde ISDN abgeschaltet?

Mit der sogenannten All-IP-Umstellung haben die Netzbetreiber ihre Telefonnetze vollständig auf Internet-Technik umgestellt. Telefonie läuft seitdem als Datendienst über dasselbe IP-Netz wie der übrige Datenverkehr. Zwei getrennte Netze – eines für Sprache, eines für Daten – parallel zu betreiben, war auf Dauer teuer und technisch überholt.

In Deutschland hat die Deutsche Telekom die ISDN-Anschlüsse im Privat- und Geschäftskundenbereich bis Ende 2018 weitgehend abgeschaltet, andere Anbieter zogen nach. Für Unternehmen heißt das: Klassische ISDN-Anschlüsse werden nicht mehr bereitgestellt oder verlängert. Wer noch ISDN nutzt, muss auf IP-Telefonie wechseln.

ISDN vs. VoIP – wo liegt der Unterschied?

Beide übertragen Telefonie digital, aber auf grundverschiedene Weise. ISDN war leitungsvermittelt und an feste Anschlüsse und eigene Hardware gebunden. VoIP (Voice over IP) überträgt das Gespräch paketvermittelt über das vorhandene Datennetz – dieselbe Technik, die auch Ihre E-Mails und Webseiten transportiert.

ISDNVoIP / All-IP
Übertragungleitungsvermitteltpaketvermittelt (IP)
Leitungeigenes Telefonnetzvorhandenes Datennetz
Standortan festen Anschluss gebundenortsunabhängig
Skalierungneue Leitung / HardwareKonfiguration
Verfügbarkeitabgeschaltetaktueller Standard

Der praktische Gewinn: VoIP entkoppelt die Rufnummer vom Standort. Mitarbeitende sind unter ihrer Geschäftsnummer im Büro, im Homeoffice und unterwegs erreichbar – die Grundlage moderner Unified Communications mit Chat und Video.

Was kommt nach ISDN und wie steigt man um?

An die Stelle von ISDN treten zwei eng verwandte Wege in die IP-Telefonie:

  • SIP-Trunk: ersetzt den alten Sammelanschluss und verbindet eine vorhandene Telefonanlage über das Internet mit dem Telefonnetz.
  • Cloud-Telefonie: die komplette Anlage läuft beim Anbieter, ganz ohne eigene Hardware vor Ort – auf Wunsch direkt in Microsoft Teams als Teams-Telefonie.

Die gute Nachricht: Bestehende Rufnummern bleiben per Portierung erhalten, ein Nummernwechsel ist nicht nötig. Der Umstieg bringt mehr Flexibilität und meist geringere Kosten als die alten Festanschlüsse. implec begleitet die Umstellung von ISDN auf moderne Cloud-Telefonie inklusive Rufnummern-Portierung – reibungslos und ohne Ausfall im laufenden Betrieb.

Was bedeutet die ISDN-Abschaltung für Telefonanlagen?

Ältere Telefonanlagen (PBX) waren auf ISDN ausgelegt und lassen sich ohne Weiteres nicht mehr direkt anschließen. Hier gibt es zwei Wege: Eine bestehende, IP-fähige Anlage bindet man über einen SIP-Trunk ans Netz an. Eine ältere ISDN-Anlage lässt sich übergangsweise mit einem Adapter weiterbetreiben – langfristig lohnt sich der saubere Wechsel.

Wirtschaftlich am attraktivsten ist meist der Sprung direkt in die Cloud-Telefonie: keine alternde Hardware, keine Wartung vor Ort, neue Nebenstellen per Mausklick statt per neuer Leitung. So wird aus der Pflicht-Umstellung ein Modernisierungsschritt, der Homeoffice und mobiles Arbeiten gleich mit abdeckt.

FAQ

Häufige Fragen

Kurz und konkret beantwortet.

Ist ISDN heute noch verfügbar?+

Nein. Die ISDN-Anschlüsse im klassischen Telefonnetz sind abgeschaltet, die Netze arbeiten vollständig auf IP-Basis (All-IP). Bestehende Telefonie muss daher auf VoIP umgestellt werden, etwa über einen SIP-Trunk oder als Cloud-Telefonie.

Wofür steht die Abkürzung ISDN?+

ISDN steht für Integrated Services Digital Network, auf Deutsch diensteintegrierendes digitales Netz. Der Name beschreibt, dass das Netz verschiedene Dienste wie Telefonie und Datenübertragung erstmals digital über eine gemeinsame Infrastruktur integrierte.

Was ist der Unterschied zwischen Basis- und Primärmultiplexanschluss?+

Der Basisanschluss (BRI) bot zwei Nutzkanäle, also zwei parallele Gespräche, und war der Standard für kleine Büros. Der Primärmultiplexanschluss (PRI) lieferte 30 Kanäle und war für größere Telefonanlagen mit vielen gleichzeitigen Gesprächen gedacht.

Kann ich meine alten ISDN-Telefone weiternutzen?+

In der Regel nicht direkt, da moderne Anlagen auf IP setzen. Teilweise lassen sich ältere Geräte über einen Adapter weiterbetreiben, langfristig empfiehlt sich jedoch der Umstieg auf IP-Telefone oder Softphones. Ihre Rufnummern bleiben dabei in jedem Fall erhalten.

Was kostet die Umstellung von ISDN auf VoIP?+

Das hängt von Anzahl der Anschlüsse und der gewünschten Lösung ab. Oft sinken die laufenden Kosten gegenüber ISDN, weil Sprache und Daten ein Netz nutzen. Bei der Cloud-Telefonie entfällt zudem die eigene Hardware. Eine Erstberatung klärt den passenden Weg unverbindlich.

Bleibt meine Rufnummer beim Wechsel von ISDN erhalten?+

Ja. Bestehende Rufnummern werden per Portierung in die neue IP-Telefonie übernommen, ein Nummernwechsel ist nicht nötig. Die Portierung läuft im Hintergrund, sodass Sie im laufenden Betrieb durchgehend erreichbar bleiben.

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