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Zu schnell gewachsen: Was 2013 von unserem Team übrig blieb

2011 arbeiteten sechs Menschen bei implec. 2013 war davon niemand mehr da. Warum dieser Bruch in unserer Zeitleiste steht — und was er über Wachstum lehrt, das sich nicht trägt.

Zu schnell gewachsen: Was 2013 von unserem Team übrig blieb
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implec wuchs zwischen 2010 und 2011 von einer Festanstellung auf sechs Mitarbeitende — schneller, als der Betrieb darunter mitwuchs. 2013 stand das Unternehmen wieder ohne Team da. Der zweite Anlauf dauerte Jahre: 2017 waren es drei Mitarbeitende, 2020 zehn, heute sind es 26. Gewachsen wird seitdem nur so schnell, wie der Betrieb es trägt.

Was ist zwischen 2011 und 2013 passiert?

Die kurze Fassung: 2010 gab es bei implec die erste Festanstellung. Ein Jahr später arbeiteten hier sechs Menschen. 2013 war ich wieder allein.

Acht Jahre nach der Gründung 2002 fühlte sich dieses Tempo richtig an. Ein Unternehmen, das wächst, macht offensichtlich etwas richtig — so liest man es, so erzählt man es sich. Der Haken daran ist, dass Wachstum keine Bestätigung ist, sondern eine Belastung. Sie zeigt sich erst später.

Was danach kam, war kein Kurswechsel, sondern ein Neuanfang: Der Betrieb lief weiter, die Kunden blieben, aber die Mannschaft dahinter musste von Grund auf neu aufgebaut werden. Das hat gedauert. Vier Jahre später waren wir zu dritt.

Warum trägt schnelles Wachstum nicht von allein?

Weil ein Team mehr ist als die Summe seiner Verträge. Jeder neue Mensch braucht Einarbeitung, eine Rolle, eine Vertretung, ein Gerät, Zugriffe — und vor allem genug planbare Arbeit, die ihn dauerhaft trägt. Diese Strukturen entstehen nicht mit der Unterschrift, sie entstehen über Monate.

Meine Lehre aus 2013: Wachstum ist keine Auftragsfrage, sondern eine Kapazitätsfrage. Die Frage ist nie „Haben wir genug zu tun?“, sondern „Trägt das, was wir aufgebaut haben, auch den sechsten Menschen — und den siebten, wenn ein Kunde abspringt?“ Wer nur die erste Frage stellt, wächst in die Breite und nicht in die Tiefe.

Das Muster ist nicht auf IT-Dienstleister beschränkt. Es trifft jeden Betrieb, in dem die Zahl der Menschen schneller steigt als die Ordnung darunter. Der Unterschied ist nur, wie lange es dauert, bis es auffällt.

Wie sah der zweite Anlauf aus?

Deutlich langsamer. 2017 waren wir zu dritt, 2020 zehn Mitarbeitende. 2022 kam die Computer Mack GmbH aus Stadland dazu — und mit ihr ein zweiter Standort an der Weser, von dem aus wir heute die Wesermarsch betreuen. Inzwischen sind wir 26 Menschen an zwei Standorten.

Die Zahlen dahinter: über 210.000 abgeschlossene Tickets, mehr als 6.500 verwaltete Systeme, im Schnitt 29 Minuten bis zur ersten Rückmeldung. Das sind keine Wachstumszahlen — das sind Kapazitätszahlen. Genau darum geht es.

Der Unterschied zum ersten Anlauf ist nicht Vorsicht. Es ist die Reihenfolge: erst die Struktur, die einen zusätzlichen Menschen trägt, dann der Mensch. Das fühlt sich langsamer an, und es ist auch langsamer. Es hält nur.

Was hat das mit Ihrer IT zu tun?

Mehr, als man denkt. Wenn ein Unternehmen wächst, ist die IT meist das Erste, was aus dem Tritt gerät — lange bevor es jemand Wachstumsschmerz nennt. Jeder neue Mensch heißt: ein Konto, ein Gerät, Berechtigungen, eine Lizenz, eine Telefonnummer. Fünf Dinge, die einzeln Kleinigkeiten sind und zusammen ein Verfahren brauchen.

Woran Sie es merken: Zugänge werden im Vorbeigehen zugerufen statt beantragt. Neue Kolleginnen warten am ersten Tag auf ihr Notebook. Niemand kann genau sagen, wie viele Lizenzen laufen. Und für den einen Menschen, der „die IT nebenbei macht“, gibt es keine Vertretung. Das sind dieselben fehlenden Strukturen wie damals bei uns — nur an einer anderen Stelle des Betriebs.

Deshalb ist der verwaltete Arbeitsplatz für wachsende Betriebe kein Komfortthema, sondern eine Frage der Tragfähigkeit: Gerät, Konto und Berechtigungen laufen nach einem festen Verfahren, nicht nach Zuruf. Und wer Wachstum vor sich hat, aber keine eigene IT-Leitung, bekommt mit IT-Führung auf Zeit jemanden an den Tisch, der die Kapazitätsfrage stellt, bevor sie sich von selbst beantwortet. Wie ein sauberer Ablauf beim Eintritt und Austritt aussieht, haben wir in einem eigenen Beitrag zum IT-Onboarding beschrieben.

Warum steht das öffentlich auf unserer Seite?

Weil eine Firmenchronik, die nur nach oben zeigt, nichts wert ist. Jede Zeitleiste im Netz erzählt dieselbe Geschichte: Gründung, Wachstum, Auszeichnung, noch mehr Wachstum. Man glaubt ihr kein Wort, weil man weiß, dass es so nicht läuft.

Unsere Zeitleiste trägt deshalb auch das Jahr 2013 — zwischen sechs Köpfen und dem Neuanfang zu dritt. Nicht, weil ein Rückschlag ein Verkaufsargument wäre, sondern weil er erklärt, warum wir bis heute lieber langsam wachsen als schnell.

Ob Ihnen das als Partner für Ihre IT genügt, entscheiden ohnehin nicht wir. Machen Sie sich am besten Ihr eigenes Bild — im Gespräch, unverbindlich.

NR
Nils Rochholl

Geschäftsführer bei implec. Schreibt hier über Themen aus dem IT-Alltag des Mittelstands — praxisnah und ohne Buzzword-Bingo.

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FAQ

Häufige Fragen

Kurz und konkret beantwortet.

Was ist 2013 bei implec passiert?+

Das Team war zwischen 2010 und 2011 von einer Festanstellung auf sechs Mitarbeitende gewachsen. Dieses Tempo trug der Betrieb darunter nicht. 2013 stand implec wieder ohne Team da und wurde von Grund auf neu aufgebaut — 2017 zu dritt, 2020 mit zehn Mitarbeitenden.

Wie groß ist implec heute?+

implec beschäftigt 26 Mitarbeitende an zwei Standorten: Mönchengladbach am Niederrhein und Stadland an der Weser. Dahinter stehen über 210.000 abgeschlossene Tickets und mehr als 6.500 verwaltete Systeme, bei durchschnittlich 29 Minuten bis zur ersten Rückmeldung.

Warum schreibt implec öffentlich über einen Rückschlag?+

Weil eine Firmengeschichte, die nur nach oben zeigt, nicht glaubwürdig ist. Der Bruch 2013 erklärt die heutige Haltung zum Wachstum: nur so schnell wachsen, wie der Betrieb es trägt. Die Zeitleiste auf der Über-uns-Seite führt das Jahr deshalb ausdrücklich auf.

Woran merke ich, dass unser Wachstum die IT überholt hat?+

An vier Anzeichen: Zugänge werden zugerufen statt beantragt, neue Mitarbeitende warten am ersten Tag auf ihr Gerät, niemand kann die laufenden Lizenzen benennen, und für die Person, die die IT nebenbei macht, gibt es keine Vertretung. Jedes einzelne davon ist ein Strukturproblem, kein Technikproblem.

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