Zum 1. September haben viele Betriebe neue Kolleginnen, Kollegen und Auszubildende eingestellt. Wie deren IT eingerichtet wird, entscheidet über die ersten Wochen — und wie sie beim Austritt wieder abgeräumt wird, über das Risiko der nächsten Jahre.

Ein IT-Onboarding braucht einen festen Ablauf statt Zurufe: Konto und Lizenz, vorkonfiguriertes Gerät, Rechte nach Rolle, Telefon, Zutritt und eine kurze Einweisung — ausgelöst, sobald der Vertrag unterschrieben ist, nicht am ersten Arbeitstag. Noch wichtiger ist das Offboarding: Vergessene Konten bleiben oft jahrelang aktiv, kosten Lizenzgebühren und sind ein bevorzugtes Einfallstor. Beides funktioniert nur mit einer Checkliste, einer zuständigen Rolle und einem verlässlichen Signal aus der Personalabteilung.
Weil der erste Arbeitstag heute fast vollständig ein IT-Tag ist. Ohne Konto keine Mail, ohne Mail keine Einladung zur Einführungsrunde, ohne Gerät keine Arbeit. Und weil das in vielen Betrieben so läuft: Am Freitag ruft jemand an, dass am Montag zwei Auszubildende anfangen.
Das Ergebnis kennt jeder. Am ersten Tag gibt es ein Leih-Notebook, das Konto kommt am Mittwoch, die Rechte am Freitag „erstmal so wie beim Kollegen“. Genau diese Abkürzung ist der Anfang des Problems: Wer Rechte kopiert statt vergibt, sammelt über Jahre Zugriffe an, die niemand mehr begründen kann.
Ein sauberer Ablauf kostet beim ersten Mal einen halben Tag Nachdenken — und danach zehn Minuten pro Eintritt.
Der Auslöser ist nicht der erste Arbeitstag, sondern die unterschriebene Vertragsbestätigung. Ab da läuft die Liste:
Diese acht Punkte sind der ganze Prozess. Entscheidend ist nicht ihre Ausgefeiltheit, sondern dass sie aufgeschrieben sind und jemandem gehören.
„Mach ihm die gleichen Rechte wie der Frau Müller“ ist der häufigste Satz — und der teuerste. Frau Müller war vorher in der Buchhaltung, davor im Einkauf und hat seit einem Projekt 2023 noch Zugriff auf den Geschäftsführungsordner. All das wird mitkopiert und wandert von da an weiter.
Nach fünf Jahren dieser Praxis hat praktisch jeder Zugriff auf fast alles. Im Alltag fällt das nicht auf. Im Angriffsfall entscheidet es darüber, wie viel ein einzelnes übernommenes Konto anrichten kann — und ob die Verschlüsselung an einer Abteilung endet oder das ganze Haus erwischt.
Die Gegenmaßnahme ist unspektakulär: Rollen definieren statt Personen kopieren, und einmal jährlich durchsehen, wer worauf zugreifen darf. Ein Vormittag pro Jahr reicht für die meisten Mittelständler.
Beim Eintritt beschwert sich jemand, wenn etwas fehlt. Beim Austritt beschwert sich niemand, wenn etwas bleibt. Deshalb ist das Offboarding die Stelle, an der es in nahezu jeder Bestandsaufnahme hängt, die wir machen.
Typische Funde: aktive Konten von Menschen, die seit zwei Jahren woanders arbeiten. Weiterlaufende Lizenzen, die monatlich abgebucht werden. Nicht zurückgegebene Transponder. Ein Mailpostfach, das „sicherheitshalber“ noch offen ist. Und regelmäßig: das Konto eines ausgeschiedenen Dienstleisters mit Administratorrechten.
Solche Konten sind bei Angreifern beliebt, weil sie niemandem auffallen — niemand bemerkt eine ungewöhnliche Anmeldung bei einem Konto, das ohnehin niemand mehr benutzt.
Der Ablauf zum Austritt gehört deshalb genauso festgeschrieben: Konto sperren (nicht sofort löschen, wegen der Daten), Lizenz abziehen, Postfach umleiten oder archivieren, Gerät einsammeln und zurücksetzen, Transponder sperren und Ausgabe abhaken, Weiterleitungen und Verteiler bereinigen, gemeinsame Passwörter wechseln. Zum Zutritt externer Personen haben wir das in Zutritt für externe Dienstleister vertieft.
Zwei Rechnungen, die selten jemand aufmacht.
Die kleine: Eine ungenutzte Microsoft-365-Lizenz kostet einen zweistelligen Betrag pro Monat. Bei fünf vergessenen Konten über zwei Jahre ist das schnell ein vierstelliger Betrag — für nichts. Wie viel in Lizenzen generell liegen bleibt, steht in Microsoft-365-Lizenzen optimieren.
Die große: Ein aktives Konto ohne Besitzer ist ein Zugang ohne Aufsicht. Es hat noch Rechte, es hat kein Gerät, das Überwachung meldet, und es hat keinen Menschen, dem etwas seltsam vorkommt. Zugangsdaten aus alten Datenlecks tauchen Jahre später wieder auf — und werden systematisch durchprobiert.
Deshalb ist Offboarding keine Aufräumarbeit, sondern eine Sicherheitsmaßnahme.
Vier Schritte, die zusammen einen Tag dauern:
Danach läuft es. Der Aufwand pro Ein- oder Austritt liegt bei wenigen Minuten — und niemand ruft mehr am Freitagnachmittag an.
Machen Sie eine Stichprobe, die zehn Minuten dauert: Lassen Sie sich eine Liste aller aktiven Benutzerkonten geben und streichen Sie jeden, den Sie persönlich kennen. Was übrig bleibt, ist Ihre Hausaufgabe.
Wenn Sie mehr als zwei Namen nicht zuordnen können, lohnt sich der Prozess sofort — nicht wegen der Lizenzkosten, sondern weil jedes dieser Konten ein offener Zugang zu Ihrem Netz ist. Wir bauen den Ablauf mit Ihnen einmal auf und hängen ihn an die Geräte- und Lizenzverwaltung, damit Ein- und Austritte danach ohne Nachfragen funktionieren.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
Sobald der Vertrag unterschrieben ist, nicht am ersten Arbeitstag. Konto, Lizenz, Gerät, Rechte, Telefon und Zutritt brauchen Vorlauf — wer erst am Montagmorgen anfängt, verliert die erste Arbeitswoche.
Weil dabei alle historischen Zugriffe mitkopiert werden — aus früheren Abteilungen und abgeschlossenen Projekten. Nach einigen Jahren hat so fast jeder Zugriff auf fast alles, und ein einzelnes übernommenes Konto reicht für großen Schaden.
Konto sperren statt sofort löschen, Lizenz abziehen, Postfach umleiten oder archivieren, Gerät einsammeln und zurücksetzen, Transponder sperren, Weiterleitungen und Verteiler bereinigen, gemeinsam genutzte Passwörter wechseln.
Weil sie Rechte behalten, aber niemanden mehr haben, dem eine ungewöhnliche Anmeldung auffällt. Zugangsdaten aus alten Datenlecks werden systematisch durchprobiert — ein herrenloses Konto ist das ideale Ziel.
Einmalig etwa ein Tag für Signalweg, zwei Checklisten, Rollendefinition und eine Aufräumrunde. Danach liegt der Aufwand bei wenigen Minuten pro Ein- oder Austritt.
Weiterlesen
Fragen zu Ihrem Projekt?
Ob Managed Services oder ein anderes Thema — wir schauen uns Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, was sinnvoll ist.
Kontakt aufnehmenKostenlose Erstberatung
Unverbindlich und ohne Fachchinesisch. Wählen Sie den Weg, der Ihnen am liebsten ist.
4,7 ★ GoogleAntwort in unter 4 Stundenpersönlich seit 2002
Rückruf anfordern
Innerhalb von 4 Stunden — kostenlos und unverbindlich.
Wir melden uns innerhalb von 4 Stunden bei Ihnen.
Bewirb dich in 2 Minuten
Ohne Anschreiben-Zwang. Wähl den Weg, der dir am liebsten ist.
26 Kolleg:innenseit 2002 im RheinlandRückmeldung zeitnah
Rückruf anfordern
Zeitnah — kostenlos und unverbindlich.
Wir melden uns zeitnah bei dir.