Ein OTDR misst per Lichtimpuls die Dämpfung entlang einer Glasfaser und lokalisiert Fehler metergenau. Das Messprotokoll belegt die Qualität der Strecke.
OTDR steht für Optical Time-Domain Reflectometer. Das Gerät arbeitet wie ein Echolot für Licht: Es sendet einen kurzen Lichtimpuls in die Glasfaser und misst, wie viel Licht von welcher Stelle zurückkommt.
Aus der Laufzeit des zurückgestreuten Lichts berechnet das Gerät die Entfernung – so wie man aus der Dauer eines Echos die Distanz zur Wand bestimmt. An jeder Stelle, an der das Licht schwächer wird oder reflektiert, entsteht ein Ausschlag in der Kurve. Stecker, Spleiße und Faserbrüche werden dadurch metergenau sichtbar.
Ein OTDR liefert das, was ein einfacher Durchgangstest nicht kann: eine ortsaufgelöste Karte der gesamten Strecke. Es zeigt nicht nur, ob Licht ankommt, sondern wo genau Verluste auftreten.
Damit ist das OTDR ein Kernwerkzeug der LWL-Zertifizierung.
Eine reine Dämpfungsmessung mit Lichtquelle und Pegelmesser zeigt den Gesamtverlust einer Strecke von Ende zu Ende – einen einzigen Zahlenwert. Das OTDR liefert zusätzlich die örtliche Verteilung.
Für eine vollständige Abnahme werden oft beide Verfahren kombiniert: die Dämpfungsmessung für den absoluten Streckenverlust, das OTDR für die Lokalisierung von Spleißen, Steckern und Fehlerstellen entlang der Faser.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
OTDR steht für Optical Time-Domain Reflectometer, auf Deutsch optisches Rückstreumessgerät. Es misst über zurückgestreutes Licht die Dämpfung entlang einer Glasfaser und lokalisiert Ereignisse wie Spleiße, Stecker oder Brüche metergenau auf der Strecke.
Die OTDR-Kurve zeigt die Lichtstärke über die Streckenlänge. Eine fallende Linie ist die normale Faserdämpfung, kleine Stufen markieren Spleiße, Spitzen markieren Steckverbindungen. Ein steiler Abfall ans Ende weist auf das Streckenende oder einen Faserbruch hin.
Eine Vorlauffaser ist ein kurzes Kabel zwischen Gerät und Messstrecke. Sie sorgt dafür, dass der erste Stecker außerhalb der unscharfen Anfangszone liegt und korrekt bewertet wird. Ohne sie bleibt der Anfang der Strecke im toten Bereich des Geräts.
Für eine vollständige Zertifizierung wird das OTDR meist mit einer Dämpfungsmessung kombiniert. Das OTDR lokalisiert Ereignisse entlang der Faser, die Dämpfungsmessung bestimmt den absoluten Streckenverlust. Erst beide zusammen ergeben ein belastbares Abnahmeprotokoll.
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