Im September beginnt in den meisten Betrieben die Budgetrunde. Wer die IT dabei als eine Zeile führt, plant an den teuersten Posten vorbei — an Lizenzsteigerungen, Gerätezyklen und den Kosten des Stillstands.

Ein belastbares IT-Budget besteht aus drei Blöcken: laufender Betrieb (Lizenzen, Betreuung, Leitungen), geplante Investitionen (Geräte, Server, Netz) und Risikovorsorge (Sicherheit, Backup, Versicherung, Notfall). Am häufigsten fehlen darin Lizenzpreissteigerungen, der Geräte-Erneuerungszyklus und die Folgekosten von Projekten. Statt einer Prozent-vom-Umsatz-Faustformel plant man verlässlicher über ein Inventar mit Alter und Lebensdauer — daraus ergeben sich die nächsten drei Jahre fast von selbst.
Weil im Dezember nur noch verteilt wird, was im September beschlossen wurde. Und weil IT-Beschaffung Vorlauf braucht: Geräte haben Lieferzeiten, Lizenzverträge haben Kündigungsfristen, Projekte haben Abhängigkeiten. Wer im Januar merkt, dass zwanzig Arbeitsplätze fällig sind, kauft im März — zum Tagespreis und ohne Verhandlung.
Der zweite Grund ist unangenehmer: Ein IT-Budget, das kurzfristig entsteht, ist immer ein Reparatur-Budget. Es finanziert das, was gerade kaputt ist, nie das, was den Betrieb weiterbringt. Wer die Runde im Herbst mit Zahlen betritt, verschiebt das Gespräch von „was muss weg“ zu „was bringt was“.
Drei Blöcke, die man getrennt führen sollte — weil sie unterschiedlich beweglich sind.
1. Laufender Betrieb. Microsoft-365- und Fachanwendungs-Lizenzen, Betreuungspauschale oder eigene Personalkosten, Internet und Standortanbindung, Telefonie, Cloud- und Rechenzentrumskosten, Wartungsverträge. Dieser Block ist gut vorhersagbar — aber nicht konstant, siehe nächster Abschnitt.
2. Geplante Investitionen. Arbeitsplatzgeräte, Server und Speicher, Netzwerk und WLAN, Firewall, Telefonanlage, Bildschirme, Zutrittstechnik. Dieser Block folgt Lebensdauern und lässt sich deshalb Jahre im Voraus planen — wenn ein Inventar existiert.
3. Risikovorsorge. Backup und Wiederherstellung, Endpunktschutz, Cyberversicherung, Schulungen, Notfallübung, Reserve für Ungeplantes. Dieser Block wird am ehesten gestrichen — und ist der einzige, dessen Fehlen existenzbedrohend werden kann.
Wer alle drei in einer Zeile führt, kann in der Diskussion nicht argumentieren. Getrennt geführt sieht jeder sofort, dass eine Kürzung im dritten Block keine Einsparung ist, sondern eine Wette.
Fünf Posten, die in fast jedem ersten Entwurf fehlen:
Es kursieren Faustformeln als Prozentsatz vom Umsatz. Sie taugen als grobe Plausibilitätsprüfung, mehr nicht — zwei Betriebe mit gleichem Umsatz können völlig unterschiedlich IT-lastig sein. Ein Handelsbetrieb mit fünf Büroarbeitsplätzen und ein Ingenieurbüro mit CAD-Arbeitsplätzen und Serverlandschaft haben nichts gemein außer der Umsatzzeile.
Belastbarer ist die Rechnung von unten:
Diese Rechnung dauert einen halben Tag und ist in der Budgetrunde unangreifbar, weil sie nicht auf einer Meinung beruht, sondern auf einer Liste. Welche Größenordnung die laufende Betreuung ausmacht, steht in Was kostet professionelle IT-Betreuung?
Die Frage betrifft vor allem den Investitionsblock, und sie ist keine Glaubensfrage, sondern eine Liquiditätsfrage. Kauf bindet Kapital, ist über die Nutzungsdauer aber meist günstiger. Miete glättet die Ausgaben, macht den Austauschzyklus verbindlich und hält den Bestand jung — zum Preis eines Aufschlags.
In der Praxis fährt man oft gemischt: Arbeitsplatzgeräte im festen Zyklus mieten oder leasen, langlebige Infrastruktur wie Verkabelung, Netz und Zutritt kaufen. Die Abwägung mit Zahlen steht in Hardware kaufen oder mieten?; die steuerliche Seite in IT richtig abschreiben.
Indem Sie jeden Posten mit einer Folge versehen statt mit einer Begründung. „Wir bräuchten neue Switche“ überzeugt niemanden. „Die Switche in Halle 2 sind neun Jahre alt und werden vom Hersteller nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt; fällt einer aus, steht die Kommissionierung“ ist eine Entscheidungsvorlage.
Drei Formulierungen, die in Budgetrunden funktionieren:
Beginnen Sie nicht mit Zahlen, sondern mit der Liste. Ein Inventar mit Anschaffungsjahr, erwarteter Lebensdauer und Ersatzjahr ist die Grundlage für jede weitere Diskussion — und es ist die Arbeit, die in der Budgetrunde nie jemand macht, weil sie im Oktober niemand mehr schafft.
Wenn Sie mit einer belastbaren Vorlage in die Runde gehen wollen: Wir erheben den Bestand, rechnen die nächsten drei Jahre durch und liefern das Ergebnis in einer Form, die Sie der Geschäftsleitung vorlegen können — mit Mindest- und Wunschvariante je Posten.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
Im September oder Oktober. IT-Beschaffung hat Lieferzeiten, Lizenzverträge haben Kündigungsfristen — wer erst im Dezember plant, kauft im Folgejahr zum Tagespreis und ohne Verhandlungsspielraum.
Aus laufendem Betrieb (Lizenzen, Betreuung, Leitungen, Wartung), geplanten Investitionen (Geräte, Server, Netz, Telefonie) und Risikovorsorge (Backup, Endpunktschutz, Versicherung, Schulung, Reserve). Getrennt geführt sind sie in der Budgetrunde argumentierbar.
Lizenzpreissteigerungen, KI-Zusatzlizenzen, der jährliche Anteil am Geräte-Erneuerungszyklus, die dauerhaften Folgekosten abgeschlossener Projekte und Compliance-Aufwände etwa aus NIS2 oder dem Cyber Resilience Act.
Solche Faustformeln taugen höchstens als grobe Plausibilitätsprüfung. Zwei Betriebe mit gleichem Umsatz können völlig unterschiedlich IT-lastig sein. Belastbarer ist die Rechnung von unten: Inventar, Alter, Lebensdauer, Ersatz auf die Jahre verteilt.
Kauf bindet Kapital, ist über die Nutzungsdauer aber meist günstiger. Miete glättet die Ausgaben und hält den Bestand jung. In der Praxis bewährt sich eine Mischung: Arbeitsplatzgeräte im festen Zyklus mieten, langlebige Infrastruktur kaufen.
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