Der Recovery Point Objective gibt an, wie viel Datenverlust maximal verkraftbar ist. Er bestimmt, wie häufig gesichert werden muss.
RPO steht für Recovery Point Objective und beschreibt den maximal tolerierbaren Datenverlust, gemessen in Zeit. Ein RPO von einer Stunde bedeutet: Nach einem Ausfall dürfen höchstens die Daten der letzten Stunde verloren gehen. Der Wert legt damit den ältesten akzeptablen Wiederherstellungspunkt fest.
Aus dem RPO leitet sich unmittelbar die Sicherungshäufigkeit ab. Soll der Verlust eine Stunde nicht überschreiten, muss mindestens stündlich gesichert werden. Je kleiner der erlaubte Verlust, desto häufiger laufen die Backups, bis hin zur laufenden Replikation für nahezu null Verlust.
Beide Kennzahlen planen denselben Notfall, betrachten aber unterschiedliche Achsen. Der RPO blickt zurück: Wie viel Datenverlust ist verkraftbar? Der RTO blickt nach vorn: Wie lange darf die Wiederherstellung dauern?
| Kennzahl | Frage | Steuert |
|---|---|---|
| RPO | Wie viel Datenverlust? | Sicherungshäufigkeit |
| RTO | Wie lange Ausfall? | Wiederherstellungstempo |
In der Notfallplanung werden beide Werte je System gemeinsam festgelegt, weil sie zusammen den Aufwand und die Kosten der Sicherungsstrategie bestimmen.
Der RPO ist eine Geschäftsentscheidung, keine rein technische. Maßgeblich ist, wie schmerzhaft der Verlust eines bestimmten Zeitraums für den jeweiligen Prozess ist. Eine Buchungsdatenbank verträgt meist weniger Verlust als ein selten geändertes Dateiarchiv.
Setzen Sie den Wert je System getrennt, statt einen pauschalen RPO über alles zu legen. Ein durchgehend sehr niedriger RPO treibt die Kosten unnötig hoch. Prüfen Sie außerdem, ob die tatsächliche Sicherungshäufigkeit den vereinbarten Wert wirklich einhält, sonst ist der RPO nur auf dem Papier erfüllt.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
RPO steht für Recovery Point Objective, auf Deutsch etwa „angestrebter Wiederherstellungspunkt". Die Kennzahl beschreibt, wie viel Datenverlust nach einem Ausfall maximal hinnehmbar ist, gemessen als Zeitspanne zwischen dem letzten gesicherten Stand und dem Ausfallzeitpunkt. Sie ist eine zentrale Vorgabe der Backup- und Notfallplanung.
Der RPO gibt die Sicherungshäufigkeit direkt vor. Soll der maximale Verlust vier Stunden betragen, muss mindestens alle vier Stunden gesichert werden. Ein RPO nahe null erfordert eine kontinuierliche Sicherung oder laufende Replikation, weil zwischen den Sicherungspunkten praktisch keine Lücke bleiben darf.
Einen allgemein guten Wert gibt es nicht; er ergibt sich aus dem Prozess. Geschäftskritische Datenbanken bekommen oft Werte von Minuten, weniger wichtige Daten Stunden oder einen Tag. Entscheidend ist, den RPO je System am tatsächlichen Schaden eines Datenverlusts auszurichten und nicht pauschal zu wählen.
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