Zwei haarfeine Glasfasern werden zu einer verschmolzen – präzise auf den Mikrometer. So entsteht eine nahezu verlustfreie, dauerhafte Verbindung.

Beim Spleißen werden zwei Glasfasern auf den Mikrometer genau ausgerichtet und im Lichtbogen dauerhaft verschmolzen. Das ergibt eine nahezu verlustfreie Verbindung mit typisch unter 0,1 Dezibel Dämpfung. Die Qualität wird anschließend per OTDR gemessen und im normgerechten Messprotokoll lückenlos dokumentiert.
Spleißen bezeichnet das dauerhafte Verbinden zweier Glasfasern zu einer durchgehenden Leitung. Eine Glasfaser ist mit rund 125 Mikrometern Manteldurchmesser dünner als ein menschliches Haar und leitet Daten in Form von Licht. Der lichtführende Kern ist sogar noch winziger – bei Singlemode-Fasern nur etwa 9 Mikrometer. Damit das Licht nahezu verlustfrei von einer Faser in die nächste übergeht, müssen die beiden Enden extrem präzise – auf den Mikrometer genau – ausgerichtet und miteinander verschmolzen werden.
Das Ergebnis ist eine Verbindung, die mechanisch stabil und optisch fast ohne Übergang ist. Anders als bei einem Steckverbinder gibt es keine lösbare Schnittstelle: Die Fasern werden zu einer einzigen, was die Verluste minimiert und die Verbindung langlebig macht. Ein fachgerechter Lichtbogen-Spleiß (Fusionsspleiß) erreicht typischerweise eine Dämpfung von unter 0,1 Dezibel.
Spleißen kommt überall dort zum Einsatz, wo Glasfasern auf langer Strecke verbunden, in Verteilern aufgelegt oder nach einer Beschädigung repariert werden müssen. Da Glasfaser zunehmend zum Rückgrat moderner Netze wird – vom Firmenstandort bis zur Anbindung einzelner Gebäude – ist sauberes Spleißen eine Schlüsselkompetenz für eine verlässliche Infrastruktur.
Dabei gibt es verschiedene Fasertypen, die sich nicht beliebig mischen lassen. Singlemode-Fasern (Typ OS2) haben einen sehr dünnen Kern und transportieren Licht über große Distanzen mit geringem Verlust – sie sind der Standard für Gebäude- und Trassenverkabelung. Multimode-Fasern (Typen OM3 und OM4) haben einen breiteren Kern, eignen sich für kürzere Strecken etwa im Rechenzentrum und sind günstiger in der aktiven Technik. Wer spleißt, muss wissen, welcher Typ vorliegt, denn nur gleiche Fasertypen ergeben eine verlustarme Verbindung.
Der Prozess folgt einer festen Reihenfolge, bei der jeder Schritt die Qualität des Ergebnisses bestimmt. Schon kleine Unsauberkeiten an einer Stelle wirken sich auf die gesamte Verbindung aus.
Moderne Spleißgeräte schätzen unmittelbar nach dem Verschmelzen den voraussichtlichen Verlust. Dieser Schätzwert ersetzt aber keine Messung – die belastbare Bewertung liefert erst die anschließende OTDR-Messung.
Neben dem hier beschriebenen Fusionsspleiß, bei dem die Fasern dauerhaft verschmolzen werden, gibt es auch den mechanischen Spleiß. Dabei werden die Faserenden in einer kleinen Hülse mit einem speziellen Gel fixiert und ausgerichtet, ohne sie zu verschmelzen. Das ist schneller und ohne teures Spleißgerät machbar, erreicht aber höhere Verluste und gilt eher als Notlösung oder Provisorium. Für dauerhafte, hochwertige Verbindungen ist der Fusionsspleiß deshalb der Standard – und genau diese Qualität lässt sich später im Messprotokoll auch belegen.
Weil eine Glasfaser so unvorstellbar dünn ist, hat jede kleinste Verunreinigung große Wirkung. Ein einzelnes Staubkorn oder ein unsauberer Bruch kann genügen, um an der Spleißstelle Licht zu streuen und damit die Dämpfung zu erhöhen – also die Signalstärke zu schwächen. Zur Einordnung: Ein typischer Staubpartikel ist größer als der lichtführende Kern einer Singlemode-Faser.
Aus diesem Grund wird unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet: saubere Werkzeuge, sorgfältige Reinigung mit geeigneten Mitteln und ein geübter Ablauf. Das moderne Spleißgerät unterstützt dabei, indem es die Fasern über Kamera und Mikromotoren automatisch ausrichtet und den Lichtbogen präzise steuert. Auch die Elektroden im Gerät müssen regelmäßig gereinigt oder getauscht werden, weil sie mit der Zeit verschleißen und sonst die Schmelzqualität leidet.
Das beste Spleißgerät kann eine verschmutzte Faser nicht retten – Sorgfalt bleibt der wichtigste Faktor.
Dennoch bleibt die Sorgfalt des Fachpersonals der entscheidende Faktor für ein gutes Ergebnis. Genau deshalb ist Spleißen Handwerk und Erfahrungssache zugleich, das sich am Messergebnis ehrlich überprüfen lässt.
Beim Fusionsspleiß werden die Fasern dauerhaft verschmolzen, beim Steckverbinder über eine lösbare, mechanische Schnittstelle gekoppelt. Der wichtigste Unterschied liegt im Verlust: Ein guter Spleiß erreicht typischerweise unter 0,1 Dezibel Dämpfung, ein Steckverbinder liegt mit rund 0,2 bis 0,5 Dezibel je nach Typ und Sauberkeit höher.
Dafür hat der Steckverbinder einen anderen Vorteil: Er lässt sich jederzeit lösen und neu verbinden, etwa an einem Patchfeld im Verteilerschrank, wo Verbindungen flexibel umgesteckt werden müssen. Der Spleiß dagegen ist die richtige Wahl für feste, dauerhafte Verbindungen entlang der Trasse, bei denen es auf minimalen Verlust und Langlebigkeit ankommt.
In der Praxis ergänzen sich beide: Lange Strecken werden gespleißt, und nur an den Endpunkten sitzen Steckverbinder, über die sich die aktive Technik anschließen lässt. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Aufbau des Netzes ab – ein Punkt, den wir bei der Planung mit Ihnen klären.
Eine Sonderform ist der angespleißte Stecker (Pigtail): Dabei wird ein kurzes Faserstück mit fertig konfektioniertem Stecker an die verlegte Faser gespleißt. So entsteht eine saubere, verlustarme Steckschnittstelle am Ende der Strecke, ohne den Stecker aufwendig direkt an der dicken Trassenfaser montieren zu müssen. Diese Technik verbindet die geringe Dämpfung des Spleißes mit der Flexibilität des Steckverbinders und ist in Verteilern weit verbreitet.
Eine fertige Glasfaserverbindung sieht man ihre Qualität nicht an. Deshalb wird nach dem Spleißen gemessen, und zwar mit einem OTDR (Optical Time Domain Reflectometer) – einem Gerät, das Lichtimpulse durch die Faser schickt und aus der Rückstreuung die Dämpfung über die gesamte Strecke ermittelt. So lässt sich der Verlust an jeder einzelnen Spleißstelle exakt bestimmen.
Das Ergebnis wird in einem Messprotokoll dokumentiert. Dieses Protokoll ist der Nachweis, dass die Verbindung normgerecht nach IEC 61280 und DIN EN 50173 ausgeführt wurde, und dient zugleich als Referenz für spätere Fehlersuche. Treten irgendwann Probleme auf, lässt sich vergleichen, ob sich gegenüber der Abnahme etwas verändert hat.
Für Auftraggeber ist diese Dokumentation oft genauso wichtig wie die Verbindung selbst. Sie belegt die fachgerechte Ausführung und ist die Grundlage für Gewährleistung und Abnahme. Ein Spleiß ohne anschließende Messung ist deshalb nur ein halbes Ergebnis – erst die dokumentierte Zertifizierung macht die Arbeit vollständig.
Ein erhöhter Spleißverlust hat meist eine von wenigen typischen Ursachen, die sich allesamt mit Sorgfalt vermeiden lassen. Die häufigsten sind:
Das gute daran: All diese Fehler zeigen sich in der OTDR-Messung als auffälliges Ereignis und lassen sich vor der Inbetriebnahme korrigieren. Ein zu hoher Verlust wird einfach neu gespleißt – deshalb ist die Messung direkt nach der Arbeit so wertvoll. Erfahrenes Fachpersonal erkennt zudem schon am Schätzwert des Spleißgeräts, wann ein Spleiß wiederholt werden sollte, statt ihn durchgehen zu lassen.
Ein sauber ausgeführter und im Spleißkasten geschützter Spleiß hält bei normaler Nutzung über Jahrzehnte. Da die Fasern dauerhaft verschmolzen und mechanisch geschützt sind, gibt es keine lösbaren Kontakte, die sich mit der Zeit verschlechtern könnten – anders als bei Steckverbindungen, die durch häufiges Stecken und Verschmutzung altern.
Voraussetzung ist allerdings die fachgerechte Ausführung und der mechanische Schutz der Spleißstelle. Eine zu enge Biegung im Spleißkasten oder mechanischer Zug auf der Faser kann auch eine gute Verbindung nachträglich schwächen. Deshalb werden die Fasern mit ausreichendem Biegeradius ablängt und zugentlastet verstaut.
Wird die Verbindung später aufgetrennt oder verändert – etwa bei einem Umbau – sollte erneut gemessen werden, um die Qualität der neuen Verbindung zu belegen. So bleibt die Verkabelung über ihre gesamte Lebensdauer verlässlich dokumentiert. Bei implec erhalten Sie Spleißen, Messung und Dokumentation aus einer Hand – sprechen Sie uns an.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
Beim Spleißen werden die Fasern dauerhaft verschmolzen, was sehr geringe Verluste von typisch unter 0,1 dB ergibt. Steckverbinder sind lösbar und flexibler, verursachen aber mit rund 0,2 bis 0,5 dB etwas höhere Verluste an der Schnittstelle.
Grundsätzlich ja, sofern die Fasertypen zueinander passen. Werden unterschiedliche Fasertypen verbunden – etwa Singlemode mit Multimode – steigt die Dämpfung stark, weshalb auf Kompatibilität geachtet wird.
Ja. Spleißen, OTDR-Messung und die Dokumentation im Messprotokoll erfolgen mit eigener Technik – inklusive normgerechter Zertifizierung. Sie haben einen Ansprechpartner für die gesamte Strecke.
Ein fachgerechter Fusionsspleiß erreicht typischerweise eine Dämpfung von unter 0,1 Dezibel. Den tatsächlichen Wert belegt die anschließende OTDR-Messung, die jede einzelne Spleißstelle ausweist.
Der lichtführende Kern einer Singlemode-Faser ist nur etwa 9 Mikrometer dünn – kleiner als ein Staubkorn. Schon kleinste Verunreinigungen streuen das Licht und erhöhen die Dämpfung. Deshalb wird unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet.
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