info@, das Konto für die Warenwirtschaft, der Admin-Zugang, den alle kennen: In fast jedem Betrieb gibt es Zugänge, die mehreren Personen gehören. Das ist bequem, spart vermeintlich Lizenzkosten — und nimmt Ihnen genau die Möglichkeiten, die Sie im Ernstfall brauchen.

Ein Zugang, den mehrere Menschen nutzen, lässt sich nicht mehr einer Person zuordnen. Damit fällt weg, wer was getan hat, die Mehr-Faktor-Anmeldung wird unpraktikabel, und beim Austritt eines Mitarbeitenden müsste eigentlich der ganze Betrieb ein neues Passwort lernen — weshalb es meist einfach bleibt. Die Lösung ist nicht mehr Disziplin, sondern die richtige Technik: persönliche Konten mit geteiltem Zugriff statt geteilter Anmeldedaten, geteilte Postfächer statt Sammelkonten und ein Passwort-Manager für den Rest.
Sie entstehen nie als Entscheidung, sondern als Abkürzung. Die typischen Fälle:
Jeder Einzelfall wirkt harmlos. Die Summe ist es nicht.
Vier Dinge, und alle vier fehlen genau dann, wenn es darauf ankommt:
Die Zuordnung. Wenn fünf Menschen dasselbe Konto nutzen, sagt jedes Protokoll nur noch „das Konto war es“. Wer die Buchung geändert, die Datei gelöscht oder die Überweisung freigegeben hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Das ist nicht nur ein Datenschutzthema — es macht auch die Aufklärung nach einem Vorfall unmöglich, und Auffälligkeiten in Anmeldungen sind der wichtigste Frühindikator überhaupt (warum Erkennung über den Schaden entscheidet).
Die Mehr-Faktor-Anmeldung. Ein zweiter Faktor gehört zu einer Person. Bei einem geteilten Konto landet er auf einem Handy, das dann ständig herumgereicht wird — oder man schaltet ihn aus. Meist wird er ausgeschaltet (warum das nicht mehr geht).
Das Offboarding. Verlässt jemand das Unternehmen, kennt er das Passwort weiterhin. Sauber wäre: sofort ändern und allen anderen das neue mitteilen. Weil das aufwendig ist, unterbleibt es — und der Zugang bleibt offen. Der geregelte Ablauf steht in Konto, Gerät, Schlüssel.
Die Passwortqualität. Ein Passwort, das sich sechs Leute merken müssen, ist nie ein gutes. Es ist kurz, es steht auf einem Zettel, und es wird jahrelang nicht gewechselt.
Bei normalen Konten ist ein geteilter Zugang unschön. Bei administrativen Konten ist er der Hebel, der aus einem Zwischenfall einen Totalschaden macht.
Der Grund ist einfach: Ein Angreifer, der ein beliebiges Konto übernimmt, sucht als Erstes nach Wegen zu mehr Rechten. Ein Administrator-Passwort, das mehrere Menschen kennen, liegt fast immer irgendwo greifbar — in einer Notiz, einer Mail, einer Anleitung, einem alten Ticket.
Deshalb gilt für Administration ohne Ausnahme: persönliche Administratorkonten, getrennt vom Alltagskonto, mit zweitem Faktor. Das ist kein Komfortverlust, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Alarm über administrative Rechte überhaupt eine Aussage hat.
Für jeden der typischen Fälle gibt es eine Lösung, die den Komfort erhält, ohne die Anmeldedaten zu teilen:
Und der Punkt, der am häufigsten fehlt: Lizenzkosten prüfen, bevor geteilt wird. Sehr oft ist der geteilte Zugang mit einer Ersparnis begründet, die es gar nicht gibt — und in den Nutzungsbedingungen vieler Anbieter ist das Teilen ohnehin untersagt.
Nicht in einem Rutsch, sondern in einer Reihenfolge nach Schadenshöhe:
Rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen für die ersten beiden Punkte. Das ist der Teil, der wirklich Wirkung hat.
Eine Frage genügt für den Einstieg: Welches Passwort müssten wir ändern, wenn heute jemand kündigt — und wie viele Menschen müssten wir darüber informieren?
Wenn die Antwort mehr als „keines“ ist, haben Sie geteilte Zugänge. Wenn sie „das wüsste ich gar nicht alles“ ist, haben Sie mehr davon als gedacht.
Der Reiz an diesem Thema: Es kostet fast nichts. Geteilte Postfächer sind in Microsoft 365 enthalten, ein Passwort-Manager kostet wenige Euro pro Person, und persönliche Administratorkonten sind reine Einrichtungsarbeit. Es ist eine der wenigen Sicherheitsmaßnahmen, die kein Budget braucht — nur eine Entscheidung.
Wenn Sie es strukturiert angehen wollen: Wir nehmen die geteilten Zugänge auf, sortieren sie nach Schadenshöhe und lösen sie in dieser Reihenfolge auf — beginnend bei den administrativen.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
Die Aktionen lassen sich keiner Person mehr zuordnen, die Mehr-Faktor-Anmeldung wird unpraktikabel und meist abgeschaltet, beim Austritt bleibt das Passwort bekannt, und ein Passwort, das mehrere Menschen auswendig können, ist zwangsläufig schwach.
Als geteiltes Postfach: Mehrere Personen greifen mit ihrem eigenen Konto darauf zu. In Microsoft 365 ist das ohne zusätzliche Lizenz möglich, jede Aktion bleibt zuordenbar und beim Austritt wird schlicht der Zugriff entzogen.
Weil sie das Ziel jedes Angreifers sind, der bereits ein einfaches Konto übernommen hat. Ein Passwort, das mehrere Menschen kennen, liegt fast immer irgendwo greifbar — in einer Notiz, Mail oder Anleitung. Administration braucht persönliche Konten mit zweitem Faktor.
Oft weniger als gedacht — geteilte Postfächer etwa sind kostenfrei. Zudem untersagen viele Anbieter das Teilen von Zugängen in ihren Nutzungsbedingungen. Es lohnt sich, die Kosten zu prüfen, bevor man sie als Begründung nimmt.
Nach Schadenshöhe: zuerst administrative Zugänge zu Servern, Firewall, Backup und Microsoft 365, dann alles mit Zahlungsverkehr, dann Systeme mit Kundendaten, zuletzt der Rest in einen Passwort-Manager.
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