Mönchengladbach & Stadland +49 2166 998809-0
★★★★★ 4,7 Google Schnellhilfe
Sicherheit

Ein Konto, fünf Nutzer: Warum geteilte Zugänge Ihr größtes stilles Risiko sind

info@, das Konto für die Warenwirtschaft, der Admin-Zugang, den alle kennen: In fast jedem Betrieb gibt es Zugänge, die mehreren Personen gehören. Das ist bequem, spart vermeintlich Lizenzkosten — und nimmt Ihnen genau die Möglichkeiten, die Sie im Ernstfall brauchen.

Ein Konto, fünf Nutzer: Warum geteilte Zugänge Ihr größtes stilles Risiko sind
Sofort-Antwort

Ein Zugang, den mehrere Menschen nutzen, lässt sich nicht mehr einer Person zuordnen. Damit fällt weg, wer was getan hat, die Mehr-Faktor-Anmeldung wird unpraktikabel, und beim Austritt eines Mitarbeitenden müsste eigentlich der ganze Betrieb ein neues Passwort lernen — weshalb es meist einfach bleibt. Die Lösung ist nicht mehr Disziplin, sondern die richtige Technik: persönliche Konten mit geteiltem Zugriff statt geteilter Anmeldedaten, geteilte Postfächer statt Sammelkonten und ein Passwort-Manager für den Rest.

Wo geteilte Zugänge im Alltag entstehen

Sie entstehen nie als Entscheidung, sondern als Abkürzung. Die typischen Fälle:

  • Sammelpostfächer wie info@ oder buchhaltung@, bei denen sich alle mit demselben Passwort anmelden.
  • Fachanwendungen mit teuren Lizenzen — ein Zugang, den sich die Abteilung teilt, weil jeder weitere Geld kostet.
  • Der Administrator-Zugang, den „die IT“ nutzt und dessen Passwort seit Jahren dasselbe ist.
  • Technische Konten für Backup, Scanner oder Schnittstellen, deren Passwort in einer Anleitung steht.
  • Zugänge zu Portalen — Lieferanten, Banken, Behörden, Zertifizierungsstellen —, wo eine E-Mail-Adresse hinterlegt ist und alle mitlesen.
  • Der Zugang beim Dienstleister, der bei Ihnen und bei ihm gespeichert ist.

Jeder Einzelfall wirkt harmlos. Die Summe ist es nicht.

Was Sie damit tatsächlich verlieren

Vier Dinge, und alle vier fehlen genau dann, wenn es darauf ankommt:

Die Zuordnung. Wenn fünf Menschen dasselbe Konto nutzen, sagt jedes Protokoll nur noch „das Konto war es“. Wer die Buchung geändert, die Datei gelöscht oder die Überweisung freigegeben hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Das ist nicht nur ein Datenschutzthema — es macht auch die Aufklärung nach einem Vorfall unmöglich, und Auffälligkeiten in Anmeldungen sind der wichtigste Frühindikator überhaupt (warum Erkennung über den Schaden entscheidet).

Die Mehr-Faktor-Anmeldung. Ein zweiter Faktor gehört zu einer Person. Bei einem geteilten Konto landet er auf einem Handy, das dann ständig herumgereicht wird — oder man schaltet ihn aus. Meist wird er ausgeschaltet (warum das nicht mehr geht).

Das Offboarding. Verlässt jemand das Unternehmen, kennt er das Passwort weiterhin. Sauber wäre: sofort ändern und allen anderen das neue mitteilen. Weil das aufwendig ist, unterbleibt es — und der Zugang bleibt offen. Der geregelte Ablauf steht in Konto, Gerät, Schlüssel.

Die Passwortqualität. Ein Passwort, das sich sechs Leute merken müssen, ist nie ein gutes. Es ist kurz, es steht auf einem Zettel, und es wird jahrelang nicht gewechselt.

Der teuerste Sonderfall: geteilte Admin-Zugänge

Bei normalen Konten ist ein geteilter Zugang unschön. Bei administrativen Konten ist er der Hebel, der aus einem Zwischenfall einen Totalschaden macht.

Der Grund ist einfach: Ein Angreifer, der ein beliebiges Konto übernimmt, sucht als Erstes nach Wegen zu mehr Rechten. Ein Administrator-Passwort, das mehrere Menschen kennen, liegt fast immer irgendwo greifbar — in einer Notiz, einer Mail, einer Anleitung, einem alten Ticket.

Deshalb gilt für Administration ohne Ausnahme: persönliche Administratorkonten, getrennt vom Alltagskonto, mit zweitem Faktor. Das ist kein Komfortverlust, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Alarm über administrative Rechte überhaupt eine Aussage hat.

Was funktioniert stattdessen?

Für jeden der typischen Fälle gibt es eine Lösung, die den Komfort erhält, ohne die Anmeldedaten zu teilen:

  • Geteilte Postfächer statt Sammelkonten. In Microsoft 365 greifen mehrere Personen mit ihrem eigenen Konto auf info@ zu. Jede Aktion bleibt zuordenbar, und es kostet keine zusätzliche Lizenz — was gleich zwei Argumente auf einmal erledigt.
  • Berechtigungen statt Anmeldedaten. Wo eine Anwendung mehrere Nutzer kennt, wird pro Person ein Konto angelegt und über Rollen berechtigt.
  • Passwort-Manager für den Rest. Für Portale, die schlicht nur einen Zugang vorsehen, ist ein Team-Tresor der richtige Ort: Das Passwort wird geteilt, ohne es zu kennen, ist zentral änderbar und beim Austritt mit einem Klick entzogen (worauf es dabei ankommt).
  • Technische Konten sauber führen. Eigenes Konto je Zweck, langes zufälliges Passwort, keine interaktive Anmeldung, dokumentierter Besitzer.

Und der Punkt, der am häufigsten fehlt: Lizenzkosten prüfen, bevor geteilt wird. Sehr oft ist der geteilte Zugang mit einer Ersparnis begründet, die es gar nicht gibt — und in den Nutzungsbedingungen vieler Anbieter ist das Teilen ohnehin untersagt.

Wie kommen Sie da wieder heraus?

Nicht in einem Rutsch, sondern in einer Reihenfolge nach Schadenshöhe:

  • Zuerst die administrativen Zugänge — Server, Firewall, Backup, Microsoft 365. Persönliche Konten, zweiter Faktor, altes Passwort raus.
  • Dann alles, wo Geld fließt — Bank, Zahlungsdienstleister, Lieferantenportale.
  • Dann Kundendaten — Warenwirtschaft, CRM, Fachanwendungen.
  • Zuletzt der Rest — in den Passwort-Manager, damit er wenigstens sauber verwaltet ist.

Rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen für die ersten beiden Punkte. Das ist der Teil, der wirklich Wirkung hat.

Was sollten Sie als Nächstes tun?

Eine Frage genügt für den Einstieg: Welches Passwort müssten wir ändern, wenn heute jemand kündigt — und wie viele Menschen müssten wir darüber informieren?

Wenn die Antwort mehr als „keines“ ist, haben Sie geteilte Zugänge. Wenn sie „das wüsste ich gar nicht alles“ ist, haben Sie mehr davon als gedacht.

Der Reiz an diesem Thema: Es kostet fast nichts. Geteilte Postfächer sind in Microsoft 365 enthalten, ein Passwort-Manager kostet wenige Euro pro Person, und persönliche Administratorkonten sind reine Einrichtungsarbeit. Es ist eine der wenigen Sicherheitsmaßnahmen, die kein Budget braucht — nur eine Entscheidung.

Wenn Sie es strukturiert angehen wollen: Wir nehmen die geteilten Zugänge auf, sortieren sie nach Schadenshöhe und lösen sie in dieser Reihenfolge auf — beginnend bei den administrativen.

NR
Nils Rochholl

Geschäftsführer bei implec. Schreibt hier über Themen aus dem IT-Alltag des Mittelstands — praxisnah und ohne Buzzword-Bingo.

Alle Beiträge dieses Autors →

FAQ

Häufige Fragen

Kurz und konkret beantwortet.

Was spricht gegen geteilte Benutzerkonten?+

Die Aktionen lassen sich keiner Person mehr zuordnen, die Mehr-Faktor-Anmeldung wird unpraktikabel und meist abgeschaltet, beim Austritt bleibt das Passwort bekannt, und ein Passwort, das mehrere Menschen auswendig können, ist zwangsläufig schwach.

Wie löst man ein Sammelpostfach wie info@ richtig?+

Als geteiltes Postfach: Mehrere Personen greifen mit ihrem eigenen Konto darauf zu. In Microsoft 365 ist das ohne zusätzliche Lizenz möglich, jede Aktion bleibt zuordenbar und beim Austritt wird schlicht der Zugriff entzogen.

Warum sind geteilte Administrator-Zugänge besonders kritisch?+

Weil sie das Ziel jedes Angreifers sind, der bereits ein einfaches Konto übernommen hat. Ein Passwort, das mehrere Menschen kennen, liegt fast immer irgendwo greifbar — in einer Notiz, Mail oder Anleitung. Administration braucht persönliche Konten mit zweitem Faktor.

Spart ein geteilter Zugang nicht Lizenzkosten?+

Oft weniger als gedacht — geteilte Postfächer etwa sind kostenfrei. Zudem untersagen viele Anbieter das Teilen von Zugängen in ihren Nutzungsbedingungen. Es lohnt sich, die Kosten zu prüfen, bevor man sie als Begründung nimmt.

In welcher Reihenfolge sollte man geteilte Zugänge auflösen?+

Nach Schadenshöhe: zuerst administrative Zugänge zu Servern, Firewall, Backup und Microsoft 365, dann alles mit Zahlungsverkehr, dann Systeme mit Kundendaten, zuletzt der Rest in einen Passwort-Manager.

Weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren.

Fragen zu Ihrem Projekt?

Sprechen wir über Ihre IT.

Ob IT-Sicherheit oder ein anderes Thema — wir schauen uns Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, was sinnvoll ist.

Kontakt aufnehmen

Full-Managed-IT-Kalkulator

Was kostet Full Managed IT?

Sechs kurze Fragen — am Ende sehen Sie eine erste Preiseinschätzung pro Monat und das passende Paket.

Schritt 1 von 6

Wie viele Mitarbeitende betreuen wir?

Sie möchten gleich ein konkretes Angebot? Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir Full Managed IT für Ihre Situation durch.

Angebot anfragen