EVVA und SimonsVoss dominieren den deutschen Markt für elektronische Schließsysteme. Dieser Vergleich zeigt, wo die Stärken beider Hersteller liegen – und warum implec als EVVA-Spezialist für den Mittelstand auf EVVA setzt.

EVVA ist die bessere Wahl für den Mittelstand, wenn Sie mechanisches und elektronisches Schließen aus einer Hand kombinieren, auf Server-Infrastruktur verzichten und ein System einfach per App verwalten möchten. SimonsVoss überzeugt bei großen, vernetzten Objekten mit tiefer Gebäudeautomation. Für Projekte zwischen 5 und 200 Türen ist EVVA in den meisten Fällen die wirtschaftlichere Entscheidung.
EVVA wurde 1919 in Wien gegründet und ist bis heute ein familiengeführtes Unternehmen. Der österreichische Hersteller entwickelt mechanische, mechatronische und vollelektronische Schließsysteme aus einer Hand – mechanische Grundsicherung und elektronische Zutrittssteuerung stammen aus demselben Haus. Für Anwender hat das einen konkreten Vorteil: Eine Anlage kann stufenweise aufgebaut und bei Bedarf erweitert werden, ohne Hersteller oder Plattform wechseln zu müssen.
SimonsVoss wurde 1994 in Bayern gegründet und gilt als Pionier der digitalen Schließtechnik in Deutschland. Das Unternehmen konzentriert sich auf elektronische Zutrittssysteme und gehört seit 2015 zum ASSA-ABLOY-Konzern, einem der weltgrößten Anbieter von Sicherheitslösungen. SimonsVoss hat in Deutschland ein breites Installateurnetz aufgebaut und ist besonders in größeren Objekten und institutionellen Gebäuden vertreten.
Der grundlegende Unterschied liegt in der Produktphilosophie: EVVA denkt vom mechanischen Zylinder her und fügt Elektronik dort hinzu, wo sie echten Nutzen bringt. SimonsVoss denkt von der elektronischen Vernetzung her und hat Mechanik nie als Kernkompetenz betrieben. Welcher Ansatz besser zu Ihrem Objekt passt, zeigt der Vergleich der einzelnen Kriterien.
EVVA gliedert das Portfolio in drei Ebenen. AirKey ist die Cloud-basierte Einstiegslösung: batteriegetriebene Zylinder, Berechtigung per Smartphone oder NFC-Karte, Verwaltung über eine App – kein Server, kein IT-Know-how erforderlich. Xesar ist die karten- und transponderbasierte Lösung für mittlere bis größere Objekte mit lokaler Software, Zutrittslogs und Schnittstellen. Die Mechatronik-Linie (EPS, DPT, Systemdreher) verbindet mechanischen Schlüssel und elektronisches Medium – ideal für die schrittweise Modernisierung bestehender Anlagen.
SimonsVoss strukturiert ähnlich abgestuft. MobileKey ist der direkte Konkurrent zu AirKey: Cloud-basiert, Smartphone-gesteuert, für kleinere Installationen bis etwa 50 Türen. Das Digital Locking System 3 (DLS3) ist die klassische Windows-Server-Lösung und in Deutschland sehr verbreitet, besonders in der Bestandssanierung. SmartIntego richtet sich an Integratoren, die Schließtechnik tief in Gebäudeleittechnik einbinden möchten. Die Enterprise-Plattform WS 4000 deckt Aufzugsteuerung, Zonenmanagement und Großobjekte ab.
Für den Mittelstand mit bis zu 200 Türen sind die praktisch relevanten Kandidaten: EVVA AirKey gegen SimonsVoss MobileKey auf der einfachen Seite, EVVA Xesar gegen SimonsVoss DLS3 auf der leistungsfähigeren Seite. Die Enterprise-Plattformen beider Hersteller spielen in einem anderen Segment und sind für diese Entscheidung selten ausschlaggebend.
Beide Hersteller bieten batteriegetriebene Zylinder ohne Verkabelung – kein Stemmen, kein Kabelkanal, keine 230-Volt-Anbindung. Der Zylindertausch selbst dauert in der Regel weniger als 15 Minuten. Das ist der entscheidende Vorteil moderner digitaler Schließsysteme gegenüber älteren elektrischen Türöffnern, die umfangreiche Elektroarbeiten erfordern.
EVVA hat einen strukturellen Vorteil bei der Nachrüstung: Da mechanische und elektronische Produkte aus einer Hand stammen, lassen sich Bestandsanlagen schrittweise aufwerten. Wer bereits eine mechanische EVVA-Anlage mit zertifiziertem Kopierschutz betreibt, kann kritische Türen durch mechatronische Zylinder ersetzen – der vorhandene mechanische Schlüssel funktioniert weiter, das elektronische Medium ergänzt ihn. Beide Welten laufen parallel, bis Sie bereit sind, vollständig umzustellen.
Bei SimonsVoss ist eine Neuinstallation problemlos, aber eine vorhandene mechanische Fremdanlage lässt sich nicht nahtlos in die SimonsVoss-Welt überführen. Das System startet immer als rein elektronische Neuinstallation. Für Betriebe mit bestehender EVVA-Anlage, die schrittweise modernisieren möchten, ist EVVA der klarere Weg – ohne Parallelsysteme und ohne unnötigen Übergangsaufwand.
EVVA AirKey wird vollständig über eine Smartphone-App verwaltet – kein Server, kein lokales Netz erforderlich. Berechtigungen werden per App vergeben und vom Nutzer via Bluetooth oder NFC auf sein Medium übertragen. Die Berechtigungsprüfung übernimmt der Zylinder selbst, offline und ohne Cloud-Verbindung im Moment des Öffnens. Das Ergebnis: Ein Betrieb kann sein Schließsystem vollständig selbst verwalten, ohne IT-Kenntnisse oder Serverinfrastruktur.
EVVA Xesar läuft über eine lokale Softwareumgebung mit USB-Programmierstick, bringt mehr Kontrolle und Auswertungsmöglichkeiten, erfordert aber eine klassische IT-Umgebung. SimonsVoss MobileKey arbeitet ähnlich wie AirKey – Cloud-basiert, App-gesteuert. Das verbreitete DLS3 hingegen setzt einen dedizierten Windows-Server voraus, der gewartet, gesichert und lizenziert werden muss – das erhöht die laufenden IT-Kosten spürbar.
Eine Besonderheit bei SimonsVoss ist SmartIntego: Diese Plattform bietet fertige Schnittstellen zu Gebäudemanagementsystemen von Siemens, Bosch und weiteren Herstellern. Wenn Schließtechnik zentral in eine bestehende Gebäudeleittechnik eingebunden werden soll, hat SimonsVoss hier einen klaren Vorsprung. Für Mittelständler ohne eigene Gebäudeleittechnik spielt dieser Vorteil keine Rolle und rechtfertigt nicht die höheren Infrastrukturkosten.
EVVA AirKey wächst praktisch problemlos bis etwa 500 Türen. EVVA Xesar skaliert darüber hinaus in den mittleren vierstelligen Bereich. SimonsVoss DLS3 ist technisch nahezu unbegrenzt – es läuft in Krankenhäusern und auf Universitätscampus mit mehreren Tausend Türen. Für den typischen Mittelstandsbetrieb mit 10 bis 200 Türen spielt dieses Argument kaum eine Rolle: Beide Systeme bieten hier mehr Kapazität, als je benötigt wird.
Relevant wird Skalierbarkeit, wenn ein Unternehmen stark wächst, mehrere Standorte verwaltet oder die Anforderungen sich grundlegend ändern. EVVA Xesar ist für dieses Szenario gut aufgestellt: Die lokale Software lässt sich zu einem vernetzten Mehrstandort-System ausbauen. SimonsVoss DLS3 kann dasselbe, erfordert aber mehr IT-Aufwand beim Wachstum.
Praktisch relevanter ist die Erweiterbarkeit im Alltag: neue Mitarbeitende, neue Türen, geänderte Berechtigungen. Hier spielt AirKey seine Stärken aus – Änderungen werden über die App in wenigen Minuten vorgenommen, ohne dass jemand physisch an die Tür muss. Das spart im laufenden Betrieb mehr Zeit als jede theoretische Skalierungsarchitektur.
Bei den Anschaffungskosten pro Zylinder liegen beide Hersteller in einem ähnlichen Segment zwischen 200 und 400 Euro, je nach Produktlinie und Bestellmenge. Der entscheidende Unterschied liegt beim Gesamtaufwand über die Nutzungsdauer – dem Total Cost of Ownership.
| Kriterium | EVVA | SimonsVoss |
|---|---|---|
| Verwaltung | App (Cloud) oder lokale Software | App (Cloud) oder Windows-Server |
| Server nötig | Nein (AirKey) / lokal (Xesar) | Nein (MobileKey) / Ja (DLS3) |
| Mechanisch + Elektronisch | Aus einer Hand, kombinierbar | Separate Produktlinien |
| Gebäudeautomation | Begrenzt (offene API) | SmartIntego: tiefe Integration |
| Laufende Lizenzkosten | Keine (AirKey Basic) | Keine (MobileKey) / Ja (DLS3) |
| Typische Objektgröße | 5–500 Türen | 5–10.000+ Türen |
| Service bei implec | Ja, EVVA-Spezialist | Nein |
EVVA AirKey hat in der Basisversion keine laufenden Lizenzgebühren und keine Server-Kosten. Das Digital Locking System DLS3 von SimonsVoss erfordert eine Serverlizenz, regelmäßige Windows-Updates und IT-Betreuung – Kosten, die über eine Nutzungsdauer von zehn Jahren erheblich ins Gewicht fallen. Für ein Objekt mit 30 Türen kann dieser Unterschied mehrere Tausend Euro TCO-Vorteil bedeuten.
Unsere Empfehlung für den Mittelstand ist klar: EVVA. Das Urteil beruht nicht auf Herstellerbindung, sondern auf Erfahrungen aus zahlreichen Schließanlagenprojekten in der Region. EVVA passt besonders, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
SimonsVoss ist keine schlechte Wahl – aber für den typischen Mittelstand ist EVVA der direktere Weg, ohne Umwege über Server, Lizenzen und IT-Overhead.
SimonsVoss ist sinnvoll, wenn Sie eine bestehende DLS3-Installation erweitern, eine SmartIntego-Integration in eine Gebäudeleittechnik benötigen oder ein Großobjekt mit mehreren Hundert Türen tief mit Building-Management-Systemen vernetzen möchten. Für neue Projekte im Mittelstand ohne diese Voraussetzungen gibt es keinen technischen Grund, SimonsVoss gegenüber EVVA zu bevorzugen.
Als EVVA-Spezialist plant, installiert und betreut implec EVVA-Schließanlagen ganzheitlich – von der Bestandsaufnahme über den Schließplan bis zur laufenden Pflege von Batterien und Berechtigungen. Mehr Informationen auf evvaexperts.de – unserem Fachportal für EVVA-Lösungen – oder auf unserer Seite zu elektronischen Schließsystemen.
FAQ
Kurz und konkret beantwortet.
Beide sind Cloud-basiert und Smartphone-gesteuert, ohne Server und ohne Kabelverlegung. Der wesentliche Unterschied: AirKey integriert sich in die gesamte EVVA-Produktfamilie mit mechanischen und mechatronischen Zylindern aus einer Hand. MobileKey ist ein SimonsVoss-Standalone-Produkt ohne mechanische Ergänzung. Für Betriebe, die mechanisch und elektronisch aus einer Hand kombinieren möchten, ist AirKey der natürlichere Weg.
Ja. EVVA-Mechatronik-Zylinder lassen sich an kritischen Türen einsetzen, während der Rest der Anlage mechanisch bleibt. Der vorhandene EVVA-Schlüssel funktioniert weiterhin, das elektronische Medium ergänzt ihn. So können Sie gezielt dort modernisieren, wo es den größten Nutzen bringt, ohne alle Zylinder auf einmal tauschen zu müssen.
EVVA AirKey ist für Objekte von 1 bis etwa 100 Türen ideal – einfache App-Verwaltung, keine Server-Investition. EVVA Xesar deckt größere Objekte bis mehrere Tausend Türen ab. Als Faustregel gilt: Unter 200 Türen ist AirKey die wirtschaftlichste Wahl; bei komplexeren Anforderungen mit Zutrittslogs und Schnittstellen kommt Xesar ins Spiel.
Das verlorene Medium wird sofort in der AirKey- oder Xesar-Software gesperrt – ab diesem Moment öffnet es keine Tür mehr. Kein Handwerker, keine Wartezeit, keine vier- bis fünfstelligen Zylindertauschkosten. Das ist einer der größten Praxisvorteile elektronischer gegenüber rein mechanischen Anlagen. Details zu den echten Kosten eines Schlüsselverlustes finden Sie in unserem Beitrag auf Insights.
SimonsVoss ist sinnvoll, wenn Sie eine bestehende DLS3-Anlage erweitern, eine tiefe Integration in Gebäudeleittechnik über SmartIntego benötigen oder ein Großobjekt mit mehreren Hundert bis Tausend Türen betreiben. Für Neuinstallationen im Mittelstand ohne diese Voraussetzungen ist EVVA in der Regel die wirtschaftlichere und einfachere Entscheidung.
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